17.02.2019 / 11:27 - Rubrik: Rodenkirchen

10er-Klassen der Gesamtschule Rodenkirchen besuchen das Zirkus- und Artistikzentrum Köln

10er-Klassen der Gesamtschule Rodenkirchen besuchen das Zirkus- und Artistikzentrum Kln


Einen nicht alltäglichen Unterrichtsgang unternahmen am 11. Februar vier 10er-Klassen der Gesamtschule Rodenkirchen. Die Klassen 10.1, 10.2, 10.3 und 10.5 besuchten das Zirkus- und Artistikzentrum Köln am Rheinufer in Köln-Riehl, um dort unter dem Motto ´Erinnern für die Zukunft - Keine Zukunft ohne Erinnern´ mehreren Aufführungen beizuwohnen und im Anschluss daran an zwei Workshops teilzunehmen.
Das außergewöhnliche Kooperationsprojekt ´Erinnern für die Zukunft - Keine Zukunft ohne Erinnern´ zeigte interdisziplinäre Wege einer gegenwartsbezogenen Erinnerungskultur auf. Es bestand aus einer szenisch-artistischen Lesung über das Leben einer jüdischen Zirkusartistin, einem anschließenden Konzert- und Informationsteil über den NSU und die Kontinuitäten von Rassismus.

Dargestellt wurde zunächst die wahre Geschichte der jüdischen Artistin Irene Bento, die sich und Teile ihrer Familie im Circus Adolf Althoff verstecken und so den Holocaust überleben konnte. Durch artistische Einlagen und musikalische Untermalung wurde Geschehenes lebendig vermittelt und den Schülerinnen und Schülern eine individuelle Annäherung an die Grauen des Nationalsozialismus ermöglicht.

Es folgte der Konzert- und Informationsteil NSU und Rassismus mit Kutlu Yurtseven, dem Schulpaten der Gesamtschule Rodenkirchen im Netzwerk ´Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage´. Kutlu Yurtseven ist Gründungsmitglied der Kölner Rap-Band Microphone Mafia, die seit 1989 mit ihrer Musik neonazistische Hetze und rassistische Strukturen anprangert. Als ehemaliger Anwohner der Kölner Keupstraße, in der der NSU einen Anschlag verübt hatte, machte er auf Kontinuitäten von Täter-Opfer-Umkehr und Ausgrenzung aufmerksam. Die ebenso persönlichen wie politischen Worte und Lieder von Kutlu Yurtseven zu den Themen Rassismus, Zivilcourage und Ausgrenzung im Schulalltag schlugen inhaltlich und künstlerisch den Bogen in die Gegenwart. Dies gelang auch sehr dem jungen Rapper Moritz Grenz, der im Anschluss daran Auszüge aus seinem aktuellen Programm darbot.

In zwei abschließenden Workshops wurde den Schülerinnen und Schülern die Relevanz von Erinnerungskultur für das Heute vermittelt. Workshop 1 stand mit dem Thema ´Nachrichten 2049´ unter der Leitung von Ines Rosemann und Roxana Küwen. Die Rodenkirchener Jugendlichen gingen gedanklich in das Jahr 2049 und schauten auf das Jahr 2019 zurück. Als Ergebnis entstanden kurze Videoclips, welche die Schülerinnen und Schüler selbst gestalteten, probten und aufnahmen. Ergebnis war eine Nachrichtensendung aus dem Jahr 2049 mit selbst gewählten Themen aus Politik, Kultur oder sozialem Leben. Die eigene Handlungsfähigkeit in Bezug auf die Gestaltung heutiger Gesellschaft wurde damit nachhaltig erfahrbar gemacht.
Unter der Leitung von Moritz Grenz schrieben die Schülerinnen und Schüler im Workshop 2 ´Rappen gegen Rassismus´ eigene Texte und rappten diese. Im Mittelpunkt standen Konfrontationen mit Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzungserfahrungen, Mobbing und Leistungsdruck im Schulalltag. Die zum Teil mitreißenden Aufführungen waren ein gelungener Abschluss eines besonderen Schultages für die Rodenkirchener Gesamtschülerinnen und Gesamtschüler.

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