27.03.2018 / 16:51 - Rubrik: Rodenkirchen

Kultureller Abend mit der Familie Chatrrus

Kultureller Abend mit der Familie Chatrrus


Dieter Maretzky berichtet über die ungewöhnliche Veranstaltung




Es ist möglich in Frieden zu leben


Reza Chatrrus aus Rodenkirchen hat sein fünftes Buch vorgestellt: ´In meinem kleinen Laden´ - bekannt als der Rodenkirchener Elektroladen. Aus diesem Anlass und um das Norouz-Fest mit persischer Musik, vielen, vielen Freunden und Essen und Trinken zu feiern, hatte die Familie Chatrrus in die Rodenkirchener Aula zum vierten Mal geladen, die bis zum letzten Platz gefüllt war.



Beate Bongard moderierte die Veranstaltung und stellte die beiden Musiker vor, die auf persischen Instrumenten wie der Setar oder der Santoor eindrucksvoll und wohlklingend den Abend eröffneten. Poolad Torkamanrad spielte auf der Santoor, sie ist eine alte persische Form der Zither, und Reza Kaweh zog aus seinem Instrument, einer Setar, einer Langhalslaute, eine erstaunliche Klangfülle. Mit seiner Musik begleitete er auch einfühlsam die gelesenen Gedichte auf Wunsch von Reza Chatrrus.



Die Gedichte oder auch Geschichten enthalten die reine Wahrheit, ob es der abgesetzte Ehemann oder der kleine Hund, der sonst vor dem Supermarkt gestohlen werden könnte, ist - alles findet beste Obhut im kleinen Elektroladen in der Rodenkirchener Hauptstraße.



Familie Chatrrus war vor 35 Jahren nach Deutschland geflohen und landete nach verschiedenen Stationen in Deutschland an Weiberfastnacht in Köln, wo sie mit viel Tanz und Musik auf den Strassen empfangen wurden. Reza las auch aus seiner ´beinahe´ Biografie, sein ´erstes Mal´ und viel mehr. Der ernste Hintergrund seiner Biografie nur in wenigen Zeilen, die mich sehr beeindruckt haben:


Mutter hatte immer gelogen das waren keine Blitze und Donner wenn in dunklen Nächten bombardiert wurde. Sogar Balu hatte Angst.







Familie Chatrrus hat uns enen wundervollen, bewegenden Abend geschenkt, der möglich ist mit vielen Menschen aus verschiedenen Nationen, verschiedenen Religionen, dafür herzlichen Dank!






Peman Chatrrus schreibt:


Papas Lesung zum persischen Neujahrsfest - nummero 4. Ich bin so Stolz auf meine Eltern. Und nicht weil mein Vater Bücher schreibt. Sondern weil meine Eltern vor 35 Jahren Haus, Familie, sehr gute Arbeit, Freunde und Existenz aufgegeben haben (mit meinem Bruder der 4 Wochen alt war) um uns Kindern Demokratie zu bieten. Freiheit. 35 Jahre später macht mein Vater zumindestens ein Abend das, was er im Iran täglich tat. Mit Hilfe von Kultur und Wörtern, Menschen zusammenbringen. 99 % der Besucher sind Deutsche - unsere Freunde. Darauf bin ich Stolz. Denn keine Schule, keine Uni und kein Gym bringen dir Integration, friedliches Miteinander, Emphatie und Freundlichkeit bei.




Reza Chatrrus Bücher handeln bislang vom Leben im Iran oder von der Flucht:



Wenn die Hyänen lachen



Meine erste große Liebe



Wenn du deine Augen schließt



´Ich hatte Angst´ Eine Fluchtgeschichte



In meinem kleinen Laden







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