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01.05.2017 / 11:44 - Rubrik: Kultur

Ausstellung: ´Russenlager´ und Zwangsarbeit im NS-DOK




Bilder und Erinnerungen sowjetischer Kriegsgefangener

Das NS-DOK zeigt eine Ausstellung des Vereins für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. Bei dem Begriff ´Kriegsgefangenschaft´ wird im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg zumeist das Leid deutscher Soldaten in sowjetischer Gefangenschaft assoziiert. Dagegen ist im Gedächtnis der bundesdeutschen Gesellschaft das millionenfache Leid der sowjetischen Kriegsgefangenen bis heute nicht verankert.

Die Ausstellung des Vereins KONTAKTE-KOHTAKTbI widmet sich dieser vergessenen Opfergruppe. Das NS-Regime ignorierte im Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion alle völkerrechtlichen Regeln, die sie für westalliierte Kriegsgefangene weitgehend gelten ließ. Gefangene Rotarmisten galten zunächst als ´unnütze Esser´. Im Winter 1941/42 starben zwei Millionen von ihnen in Lagern der Wehrmacht an Auszehrung, Seuchen und Misshandlungen als Ergebnis der ´Hungerpolitik´ der Nationalsozialisten. Doch auch die sowjetischen Kriegsgefangenen, die schließlich als Zwangsarbeiter in der deutschen Kriegswirtschaft eingesetzt wurden, hatten sehr schwierige Lebensbedingungen. Schwerstarbeit und unmenschliche Behandlung kosteten bis Kriegsende weiteren 1,3 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen das Leben. Vom 1. Juli bis 10. November 1943 starben alleine im Ruhrbergbau 27.638 Männer. Insgesamt starben bis zu 3,3 Millionen von über fünf Millionen sowjetischen Militärangehörigen in deutschem Gewahrsam.

Die über zehn Jahre andauernde Korrespondenz zwischen Mitgliedern des Vereins und mehreren Tausend ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen bildet die Grundlage der Ausstellung. Porträts des Fotografen Lars Nickel und Zitate aus Briefen der ehemaligen ´Rotarmisten´ werden ergänzt durch Dokumente aus Gedenkstätten und Archiven.

Am Donnerstag, 4. Mai 2017, wird um 19 Uhr die neue Sonderausstellung ´Russenlager´ und Zwangsarbeit. Bilder und Erinnerungen sowjetischer Kriegsgefangener´ im NSDokumentationszentrum der Stadt Köln von Susanne Laugwitz-Aulbach, Beigeordnete für Kunst und Kultur der Stadt Köln, eröffnet.



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