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22.01.2017 / 15:44 - Rubrik: Kultur

35. Rodenkirchen erinnert sich

35. Rodenkirchen erinnert sich
Steinstraße mit Ausblick auf das Oberländer Ufer


Treppchen, Flösserei und Holzbau

Am Mittwoch, den 25. Januar 2017 findet die nächste Veranstaltung der Geschichtswerkstatt ´Rodenkirchen erinnert sich´ mit Dr. Cornelius Steckner statt.
Beginn ist um 19.30 Uhr in der Stadtteilbibliothek Rodenkirchen (Schillingsrotter Str. 38, 50996 Köln-Rodenkirchen). Der Eintritt ist frei. Alle interessierten Bürger sind eingeladen.

Thema des heutigen Abends ist die Flösserei auf dem Rhein. Es waren insbesondere Flösser aus dem Nordschwarzwald, die Holz mit großen Flossen in die Handelsmetropolen Mainz und Köln und weiter nach Rotterdam zum Werftbau transportierten. Sie gehörten einem angesehenen Berufsstand an und hatten spezielle Kenntnisse und Erfahrungen. Das war auch nötig, denn die Flösserei war gefährlich. Ein Floss bestand aus mehreren Lagen der zu transportierenden Stämme, war etwa 30 Meter lang und wog je nach Ladung bis zu 100 Tonnen. Es zu manövrieren war enorm schwierig. Vom Mittelalter bis vor ca. 100 Jahren wurde Holz auf dem Rhein mit Flössen transportiert, die mit Böllerschüssen ankündigten, wenn sie anlegen wollten. Andere Möglichkeiten gab es nicht. Hilfe zu dem schwierigen Manöver kam dann vom Festland. Das sich schnell entwickelnde Bahnnetz und die Möglichkeiten, LKWs mit Holz zu beladen, ließen die Flößerei schließlich aussterben. Das letzte gewerbliche Floß fuhr 1968 rheinabwärts. Sein Eigentümer wird heute Abend dabei sein und einen Film über diese letzte Fahrt zeigen.

Auch anwesend ist Wiljo Schumacher, Mitinhaber von ´Holzcity´ (Theodor Schumacher Söhne. Holzhandels GmbH) im Vringsveedel. Die Firma ist gleichsam mit dem Floßholz groß geworden und Herr Schumacher hat einiges zum Thema zu berichten. Zwischen ´Fährhaus´ und ´Treppchen´ konnte man zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch am Oberländer Ufer entlang bis zum 1903 gerade eingeweihten - zum größten Teil vom Kölner Schokoladenfabrikanten Heinrich Stollwerck finanzierten - Bismarckturm schauen.

Am Oberländer Ufer lagen die bedeutendsten Kölner Sägewerke, die das Flossholz verarbeiteten. Unter anderen war es das Unternehmen Boisserée, das Holz für den Dombau lieferte. Das Holz wurde auch für Fachwerk und Holzbau verwendet, für den Rheinpavillon, die Rheinterrassen, für Golf- und Tennisclub und die Bootshäuser vor Rodenkirchen.

Im ´Treppchen´ bezahlte man die von den Sägewerken zurückkommenden Flösser, die oftmals länger hier blieben, bevor sie in die Heimat aufbrachen und so zum wirtschaftlichen Wohl des Ortes beitrugen. Einige blieben auch ganz und heirateten hier. So wurden etliche Flösserfamilien in Rodenkirchen ansässig, wie z. B. die Familie Hafeneger.

Die Besucher erwartet ein informativer Abend in der Stadtteilbibliothek, mit kompetentem Besuch vom Holzfach und Bürgern, die noch aus Erzählungen in der Familie wissen, wie es damals war, mit den Flössen in Rodenkirchen.







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